Kali Linux

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Wer über das Internet mit seinen Freunden Minecraft spielen möchte, steht vor der Frage ob man auf einem öffentlichen oder einem eigenen Server spielt. Da öffentliche Server für gewöhnlich einige Einschränkungen besitzen und gelegentlich von nicht-freundlich gesinnten Spielern heimgesucht werden (Stichwort Griefing), bietet der eigene Server eine interesante Alternative für eine gemütliche private Runde. Im folgenden gibt es eine grobe Übersicht zum Thema-Hosten, die Anforderungen und die nötigen Schritte zur Einrichtung von einem Minecraft-Server unter Linux sowie das betreiben von Hamachi unter Linux. Eine Linux Distribution (Sprich; ein Linux Betriebssystem) sollte allerdings schon auf dem Rechner vorhanden sein, darauf gehe ich in diesem Artikel nicht weiter ein.

Der Minecraft Server kann über den eigenen PC betrieben werden, auf dem auch der eigene Client läuft. Mitunter treten hier allerdings oft Performanceeinbußen auf, die eher das eigene Spielerlebnis trüben (Minecraft-Client) als auf Lasten des Servers gehen. Außerdem sollte bei einem simultanen Betrieb von Client/Server auf einem Rechner, die Spielerzahl gering gehalten werden. Schließlich muss der Server die Vorgänge der Spieler, Berechnungen von bewegenden Objekte und die Darstellung der Welt bearbeiten und anschließend an alle Spieler per Upload verteilen. Die eigene Internetleitung sollte also ausreichend Uploadleistung bieten, um einen Minecraft-Server zu betreiben. Bei mir reicht der Upload von 1,1 MBit/s für 2-3 Personen vollkommen aus, allerdings haben wir auch noch nicht mit viel mehr gleichzeitig gespielt. Ein weiterer und wichtiger Punkt ist ausreichend Arbeitsspeicher.

Da mir die Performance für ein gleichzeitiges hosten und spielen von Minecraft auf dem Rechner zu schlecht war, habe ich einen zweiten PC für diese Aufgabe fit gemacht. Nicht jeder wird einen zweiten PC besitzen, es muss allerdings nicht gleich die neuste Technik sein. Wie auch in meinem Fall kann ein ausrangierter PC ebenfalls gute Dienste leisten. Ausreichend Arbeitsspeicher (~3GB) sollte allerdings vorhanden sein.

Zur groben Übersicht, besteht der Minecraft-Linux Server aus folgenden Komponenten:

  • Prozessor: AMD Phenom II X4 955
  • Grafikkarte: Radeon Geforce 9800GTX+
  • Arbeitsspeicher: 8 GB DDR2
  • Distribution: Kali Linux
  • Verbindung per Ethernetkabel
    (WLAN ist nicht empfehlenswert – Stichwort Package Lost)

Der Upload beträgt, wie oben erwähnt, 1,1 MBit/s.

Auf dem Screenshot ist die Auslastung der Internetleitung während des spielens zu sehen (2-Spieler online).

MC-Server-Auslastung

Einrichtung des Minecraft Servers

Meine Einrichtung des MC-Server, habe ich auf einem Kali Linux System vorgenommen. Die im folgenden vorgestellen Befehle, sollten jedoch auch auf alle anderen gängigen Distributionen anwendbar sein. Im Zweifelsfall sind die Unterschiede auf entsprechenden Linux-Wikis beschrieben, welche schnell per Google aufgezeigt werden.

Zuerst prüfen wir die Java Version unseres Systems, über folgende Eingabe ins Terminal:
java -version

Falls ihr die Nachricht “java: command not found” erhaltet oder eine Java Version (niederiger als) 1.6 besitzt, müsst ihr euch die aktuelle Java Version besorgen. Die folgenden Links führen euch direkt zur offizielen Java Download-Website.
Java für 64-Bit Linux Systeme
Java für 32-Bit Linux Systeme

Anschließend besorgen wir uns aus dem Downloadbereich der minecraft.net Seite die aktuelle Minecraft Server Datei. Für die Linux Systeme ist es die Datei mit der .jar Endung. Wir erstellen für den Server in unserem Homeverzeichnis einen eigenen Ordner und kopieren die Datei dort hinein.

Für die User die gerne per Terminal arbeiten, gehen wir folgendermaßen vor:
Zuerst wechseln wir mit cd ins Home-Verzeichnis und erstellen mit mkdir minecraft_server einen neuen Ordner. Jetzt wechseln wir mit cd Downloads in den Download-Ordner, wo die runtergeladene Server-Datei liegen sollte. In meinem Fall heißt die Datei “minecraft_server.1.8.3.jar“. Per mv minecraft_server.1.8.3.jar ~/minecraft_server kopieren und schneiden wir die Datei aus dem Downloadordner aus und kopieren sie in unseren gerade erstellen Ordner “minecraft_server”. Mit cd wechseln wir ins Home-Verzeichnis und anschließend in den Minecraft Ordner cd minecraft_server.

Nun starten wir den Server per java -jar minecraft_server.1.8.3.jar. Nicht wundern, kurz darauf schließt sich das Serverfenster wieder. In dem Ordner wurden einige Daten erstellt, unter anderem eine Datei Namens “eula.txt“, die Lizenzvereinbarungen von Minecraft, die wir zuerst akzeptieren müssen. Über sudo nano eula.txt öffnen wir nun die Datei und ändern den Eintrag “eula=false” auf “eula=true” um. Gespeichert wird per Strg+X, anschließend das überspeichern mit y bestätigen und per Enter den Namen eula.txt bestätigen.
Bevor wir den Server nun starten, richten wir noch Hamachi ein.

Hamachi installieren und einrichten unter Kali Linux

Die Installation von Hamachi unter anderen Distributionen unterscheidet sich nicht groß von Kali Linux, allerdings gibt es einen Befehl der extra für Kali Linux ausgeführt werden muss.
Die Linux Version von Hamachi besitzt keine grafische Oberfläche, sowohl die Installation als auch die Einrichtung erfolgt über das Terminal. Wer eine grafische Oberfläche benötigt, sollte sich zusätzlich nach der GUI “Haguichi” umsehen.

1. Im Vorfeld installieren wir die Linux Standard Base per Command:
sudo apt-get install lsb

2. Wir laden (hier) die aktuelle Hamachi Version für Linux herunter und installieren diese.
Übers Terminal geht das wie folgt (beachtet das es evt. neuere Versionen gibt):
32bit: wget https://secure.logmein.com/labs/logmein-hamachi_2.1.0.139-1_i386.deb
64bit: wget https://secure.logmein.com/labs/logmein-hamachi_2.1.0.139-1_amd64.deb
Zur Installation wird nun folgendes ins Terminal getippt:
32bit: sudo dpkg -i logmein-hamachi_2.1.0.139-1_i386.deb
64bit: sudo dpkg -i logmein-hamachi_2.1.0.139-1_amd64.deb

Unter Kali Linux wird die Installation von Hamachi fehlschlagen. Die Kali Linux Benutzer geben nun bitte folgende Befehle ein:
sudo apt-get update
sudo apt-get -f install
Anschließend wiederholen wir den Befehl zur Installation. Jetzt installiert Hamachi ohne Probleme.

3. Um Hamachi später ohne Root-Rechte starten zu können, müssen wir nun eine Datei unter var/lib/logmein-hamachi erstellen. Wir wechseln per cd ins Home-Verzeichnis. Per cd .. wechseln wir nun ein Verzeichnis hoch, raus aus dem Home-Verzeichnis. Nun erstellen wir die Datei:
sudo nano /var/lib/logmein-hamachi/h2-engine-override.cfg
Folgendes geben wir ein: Ipc.User BENUTZERNAME
Der BENUTZERNAME wird durch euren Benutzernamen ersetzt, den ihr in eurer Linux Distribution verwendet. Nach dem Abspeichern müssen wir noch den Dienst neustarten:
sudo service logmein-hamachi restart
Wenn das erledigt ist, könnt ihr per cd wieder ins Home-Verzeichnis wechseln.

4. Wir loggen uns jetzt in Hamachi ein und legen einen Nickname fest:
hamachi login
hamachi set-nick NICKNAME

5. Nun erstellen wir eine Netzwerk, in das später unsere Freunde beitreten können. Die Netzwerk-ID könnt ihr frei wählen und muss im folgenden Code von euch ersetzt werden, z.B. My-Minecraft-Server. Das PASSWORT ist optional, es kann auch weggelassen werden, ich würde es jedoch empfehlen.
hamachi create NETZWERK-ID PASSWORT
Die Netzwerk-ID (und das Passwort) benötigen eure Freunde um in euer Hamachi-Netzwerk beitreten zu können.
Um die Befehlsliste von Hamachi angezeigt zu bekommen müsst ihr hamachi ? eingeben.

6. Wir müssen nun noch die IP unseres Hamachi-Clienten in die Server-Config schreiben und sind fertig.
Um die IP Adresse zu bekommen, geben wir hamachi in das Terminal ein. Unter “address” finden wir die IP des Clienten. Nun wechseln wir ins Verzeichnis unseres MC-Server und suchen nach der Datei “server.properties“. Diese wird geöffnet und der Eintrag “server-ip” gesucht. Dort die IP eintragen und abspeichern.
sudo nano server.properties

Minecraft Server Start

Aus dem Server Verzeichnis starten wir nun den Server. Vorher solltet ihr euch noch überlegen, wieviel Arbeitsspeicher ihr eurem Minecraft-Server zur Verfügung stellen möchtet. Ein gewisser Puffer für das System sollte ebenfalls reserviert bleiben. Für meinen Server, mit wenigen Spielern (2-4) reichen bisher 1-2 GB ohne Probleme. Setzt ihr andere Größen ein, solltet ihr den Befehl unten entsprechend ändern (z.B. 512M). Xms steht für den Minimalwert und Xmx steht für den Maximalwert.
java -Xms1024M -Xmx2048M -jar minecraft_server.1.8.3.jar

Ein paar weitere Tipps:

  • Es reicht aus, wenn die Zahlen in Gigabyte angegeben werden z.B. -Xms1G -Xmx2G. Das ist Geschmackssache.
  • Auch könnt ihr die “minecraft_server.1.8.3.jar” Datei umbenennen, z.B. in mc_server183.jar oder mc_server.jar, was etwas Schreibarbeit spart.
  • Macht regelmäßige Backups eurer Welt. Dazu einfach den “world” Ordner im Minecraft Server Verzeichnis kopieren (Wenn der Server offline ist) und in einen eigenen Ordner kopieren.
  • Der Server wird per /stop heruntergefahren und angehalten. Eure Welt wird in diesem Moment gespeichert.
  • Weitere Server Befehle finden sich hier im MC-Wiki